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Schilddrüsenerkrankungen: Merkmale, Diagnostik und Therapie

Katharina Korbach 16.10.25
Aktuelles
- Minuten

Abbildung 1: Die Schilddrüse ist ein wichtiger Taktgeber des Körpers und unter anderem für den Stoffwechsel und die Hormonproduktion von zentraler Bedeutung. Eine Erkrankung des Organs kann das Wohlbefinden von Betroffenen stark beeinträchtigen.

Gerät die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht, ist der gesamte Organismus betroffen. Da das Organ unter anderem den Energieverbrauch und weitere Stoffwechselprozesse beeinflusst, können Schilddrüsenerkrankungen die Lebensqualität von Betroffenen erheblich einschränken. In diesem Blogartikel wird auf die wichtigsten Merkmale sowie auf mögliche Ursachen häufiger Schilddrüsenbeschwerden eingegangen. Zudem erfahren Sie, wie Erkrankungen der Schilddrüse diagnostiziert werden, und wie Sie eine geschwächte Schilddrüse durch ganzheitliche Maßnahmen unterstützen können.

Die Schilddrüse: Kleines Organ mit vielfältigen Aufgaben

Die Schilddrüse ist eine kleine, schmetterlingsförmige Drüse, die sich im Hals knapp unterhalb des Kehlkopfs befindet. Das auf den ersten Blick unscheinbare Organ erfüllt im Körper teils lebenswichtige Funktionen. Zu den zentralen Aufgaben der Schilddrüse zählt die Produktion der Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3).[1] Die beiden Schilddrüsenhormone beeinflussen die Funktion zahlreicher Organe und den gesamten Stoffwechsel. Unter anderem können die Botenstoffe den Energieverbrauch, die Körpertemperatur, das Körpergewicht und den Appetit einer Person regulieren. Aber auch das körperliche Wachstum in der Kindheit, eine gesunde Entwicklung von Gehirn und Nervensystem, Herzaktivität und Blutdruck sowie die Darmtätigkeit zählen zu den Bereichen, auf die Schilddrüsenhormone einen Einfluss haben können.

Immer mehr Studien zeigen zudem Auswirkungen der Schilddrüse auf die allgemeine Stimmung und psychische Gesundheit. So kam eine Meta-Analyse mit 348.000 Probanden zu dem Ergebnis, dass das Risiko für eine klinisch relevante Depression bei Menschen, die an einer manifesten Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) leiden, im Vergleich zu schilddrüsengesunden Menschen um etwa 30 Prozent erhöht ist.[2] Vergegenwärtigt man sich die vielfältigen Aufgaben, die die Schilddrüse tagtäglich im Körper übernimmt, leuchtet sofort ein, weshalb eine Erkrankung des Organs mitunter gravierende Folgen haben kann. Wie es dazu kommen kann, dass die Schilddrüse aus der Balance gerät, und welche Schilddrüsenbeschwerden besonders häufig auftreten, erfahren Sie im weiteren Verlauf dieses Beitrags.

Wie entstehen Schilddrüsenerkrankungen?

Schilddrüsenerkrankungen (auch: Thyreopathien) sind häufig und lassen sich grob in zwei Bereiche untergliedern: Fehlfunktionen der Schilddrüse und Veränderungen des Organs (z.B. in Größe oder Struktur). Bei den meisten Schilddrüsenbeschwerden handelt es sich jedoch um Mischformen. Die Ursachen für krankhafte Veränderungen der Schilddrüse sind vielfältig. Das liegt unter anderem daran, dass es sich bei der Produktion, der Abgabe und dem Transport von Schilddrüsenhormonen zu den Körperzellen jeweils um hochkomplexe Vorgänge handelt. Wenn auch nur eine Stellschraube des feinabgestimmten Prozesses nicht reibungslos funktioniert, kann dies Fehlfunktionen des Stoffwechsels und weitere Beschwerden nach sich ziehen.

Stark vereinfacht lässt sich die Funktionsweise der Schilddrüse folgendermaßen darstellen: Zunächst gibt der Hypothalamus im Gehirn den Befehl, das Hormon TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon) freizusetzen. Das TRH wiederum wirkt auf die Hypophyse (Hirnanhangdrüse), die daraufhin TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) freisetzt. Über das Blut gelangt TSH zur Schilddrüse und regt dort die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 (Triiodthyronin, aktives Hormon) und T4 (Thyroxin) an. Der wichtigste Baustein für die Hormonproduktion ist Jod, das die Schilddrüse aus dem Blut aufnimmt. Anschließend speichert das Organ T3 und T4, bis die Hormone bei Bedarf ins Blut abgegeben und zu den Zielorgangen transportiert werden.

Oft ist eine genetische Veranlagung für die Entstehung von Schilddrüsenbeschwerden verantwortlich. Doch auch ein Jodmangel oder Jodüberschuss können die Hormonproduktion der Schilddrüse beeinflussen und im Falle eines Überschusses sogar Autoimmunprozesse triggern, die Folgeerkrankungen (z.B. Morbus Basedow) begünstigen. Weitere Faktoren, die Schilddrüsenprobleme fördern können, sind Hormonumstellungen (z.B. in der Menopause und Schwangerschaft), emotionaler und körperlicher Stress, Infektionen, Entzündungen, Umweltgifte und Nährstoffmängel (vor allem von Selen, Eisen, Zink und Vitamin D).  

Von Schilddrüsenunterfunktion bis Hashimoto: Häufige Schilddrüsenbeschwerden

Abbildung 2: Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann sich ganz unterschiedlich ausdrücken. Erschöpfung und Gewichtszunahme können zum Beispiel Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sein.

Die Bandbreite möglicher Schilddrüsenbeschwerden ist groß. Unabhängig davon, welche Fehlfunktion vorliegt, wirken sich Schilddrüsenprobleme früher oder später auf das Wohlbefinden der Betroffenen aus. Ein häufiges Symptom, das bei mehreren Schilddrüsenerkrankungen auftreten kann, ist die Bildung eines sogenannten Kropfs (Struma). Diese sicht- und tastbare Vergrößerung der Schilddrüse kann unter anderem auf einen chronischen Jodmangel, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow oder Schilddrüsenkrebs hindeuten. Im Folgenden stellen wir Ihnen häufige Schilddrüsenerkrankungen und deren wichtigsten Merkmale vor.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Stellt die Schilddrüse dem Körper nicht ausreichend Hormone zur Verfügung, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Aufgrund des Hormonmangels wird der Stoffwechsel gedrosselt und viele Körperfunktionen laufen nur noch verlangsamt ab. Zu den typischen Symptomen einer Hypothyreose zählen anhaltende Müdigkeit, niedriger Blutdruck, erhöhte Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, depressive Verstimmungen, Haarausfall, Verstopfung und Konzentrationsschwierigkeiten. Man unterscheidet zudem zwischen der primären, sekundären und tertiären Schilddrüsenunterfunktion. Am häufigsten ist die primäre Unterfunktion, bei der die Schilddrüse selbst betroffen ist und keine oder zu wenige Hormone produziert. Oftmals ist dies die Folge einer Hashimoto-Thyreoiditis oder eines Jodmangels. Bei einer sekundären Hypothyreose wiederum produziert die Hypophyse zu wenig TSH (z.B. als Folge eines Tumors oder einer OP), während bei einer tertiären Hypothyreose das Hormon TRH in zu geringen Mengen vom Hypothalamus gebildet wird.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) liegt vor, wenn eine übermäßige Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 stattfindet. Als Folge können Symptome wie Nervosität, Schlaflosigkeit, Gewichtsverlust (trotz normalem Appetit), vermehrtes Schwitzen, Zittern, Herzrasen, Müdigkeit und Muskelschwäche auftreten. Viele Betroffene leiden zudem an Schlafstörungen. Oft wird die Schilddrüsenüberfunktion durch eine Erkrankung wie Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis oder eine funktionelle Autonomie ausgelöst. Alle genannten Erkrankungen werden nachfolgend jeweils noch detaillierter besprochen.

Hashimoto-Thyreoiditis

Abbildung 3: Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse und betrifft überwiegend Frauen.

Die Hashimoto-Thyreoiditis (oft auch nur als „Hashimoto“ bezeichnet) ist eine weit verbreitete Autoimmunerkrankung, die vor allem Frauen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren betrifft.[3] Bei der chronischen Schilddrüsenentzündung greift das Immunsystem die Schilddrüse an, indem bestimmte Antikörper gebildet werden. Dies führt zu Entzündungen und langfristig zu einer Auflösung der Schilddrüse. Charakteristisch für die Hashimoto-Thyreoiditis ist ein schubweiser Verlauf, bei dem sich zunächst Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion mit jenen einer Unterfunktion abwechseln. Da im Laufe der Erkrankung immer weniger Schilddrüsenhormone gebildet werden können, dominiert nach geraumer Zeit meist die Schilddrüsenunterfunktion. Die Erkrankung ist nicht heilbar, kann aber durch die Einnahme von Schilddrüsenhormonen und ergänzende ganzheitliche Maßnahmen gut behandelt werden.

Morbus Basedow

Wie bei der chronischen Schilddrüsenentzündung Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich auch bei Morbus Basedow um eine Autoimmunerkrankung. Verschiedene Antikörper wenden sich dabei fälschlicherweise gegen den Körper, indem sie beispielsweise unkontrolliert agieren, Schilddrüsengewebe angreifen oder die Schilddrüse überstimulieren. Das Resultat sind Entzündungsreaktionen sowie eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen, was wiederum zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen kann. Typische sichtbare Anzeichen von Morbus Basedow sind ein Kropf sowie hervortretende Augäpfel (Exophthalmus).

Funktionelle Autonomie

Bei der funktionellen Autonomie bildet die Schilddrüse selbst dann weiterhin Hormone, wenn der Körper bereits ausreichend versorgt ist. Anstatt auf das Hormon TSH zu reagieren, das die Produktion von Schilddrüsenhormonen bei gesunden Menschen reguliert, arbeiten bestimmte Teile der Schilddrüse autonom – daher auch der Begriff „Funktionelle Autonomie“. Die betroffenen Bereiche im Schilddrüsengewebe werden auch als „heiße Knoten“ oder autonome Areale bezeichnet. Der Name „heiße Knoten“ stammt aus der Schilddrüsenzintigrafie, einem bildgebenden Verfahren, bei dem die Bereiche mit übermäßiger Hormonproduktion heller („heiß“) erscheinen. In der Regel sind „heiße Knoten“ gutartig. Da sie jedoch auf die normale TSH-Regulation nicht reagieren, kann es leicht zu einem Hormonüberschuss und einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommen. Die häufigste Ursache für eine funktionelle Autonomie ist eine langfristige und anhaltende Stimulation der Schilddrüse als Folge eines chronischen Jodmangels.

Die Bedeutung von Jod für die Schilddrüsenfunktion

Kein anderer Mineralstoff wird im Zusammenhang mit der Schilddrüse so häufig erwähnt wie Jod. Und das aus gutem Grund: Ohne ausreichende Mengen des Spurenelements können die Schilddrüsenhormone T3 und T4 nicht produziert werden. Zugleich zählt Jod zu den essenziellen Spurenelementen. Da es vom Körper nicht selbst gebildet werden kann, muss Jod über die Nahrung zugeführt werden. Vor allem Seefisch und Meeresfrüchte, aber auch Milch und Eier (bei entsprechender Fütterung der Tiere) sind geeignete Jodlieferanten.  Als pflanzliche Quelle kommen Braunalgen (Knotentang) in Frage. Idealerweise sollten diese aus biologischem Anbau stammen. Auch jodiertes Speisesalz kann zur Jodversorgung beitragen.

In der EU-Health Claims-Verordnung sind gesundheitsbezogene Aussagen festgehalten, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geprüft und als gesichert eingestuft wurden. Für die nachfolgenden Aussagen zur Wirkung von Jod ist eine tägliche Mindestaufnahmemenge von 22,5 Mikrogramm (µg) Jod erforderlich (15% des NRV).

Jod:[4]

  • trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei
  • trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen bei
  • trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei
  • trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei
  • trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei
  • trägt zur Erhaltung normaler Haut bei

In der Schilddrüse werden bis zu 80 Prozent des über die Nahrung aufgenommenen Jods verbraucht. Ein Jodmangel kann sich sowohl auf das Organ selbst als auch auf den restlichen Körper deutlich negativ auswirken. Um mehr Jod aus dem Blut aufzunehmen, vergrößert sich die Schilddrüse häufig und es entsteht ein sogenannter Kropf (Struma). Zudem kommt es durch eine Unterversorgung mit Jod mitunter zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), einem insgesamt verlangsamten Stoffwechsel, kognitiven Einschränkungen, Wachstums- und Entwicklungsstörungen, Haarausfall, trockener Haut oder niedrigem Blutdruck. In der Schwangerschaft kann ein Jodmangel zudem Fehl- oder Frühgeburten begünstigen. Schwangere und Stillende sollten daher laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine tägliche Jodzufuhr von 220 µg bzw. 230 µg anstreben, während die Empfehlung für gesunde Erwachsenen bei 150 µg Jod pro Tag liegt.[5]

Wie werden Schilddrüsenerkrankungen diagnostiziert?

Abbildung 4: Zum diagnostischen Repertoire bei Schilddrüsenerkrankungen gehören Tastuntersuchungen und bildgebende Verfahren wie Ultraschall.

Viele Schilddrüsenerkrankungen bleiben aufgrund unspezifischer Symptome lange unerkannt. Im Falle der schubweise verlaufenden Hashimoto-Thyreoiditis kommt es außerdem zu schwankenden TSH-Werten, was die Diagnose erschwert. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist es hingegen nicht selten der Fall, dass der TSH-Wert normal ist, obwohl der oder die Betroffene unter den Symptomen einer Unterfunktion leidet. Umso wichtiger ist es, sich bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung an einen Spezialisten (meist einen Endokrinologen) zu wenden, der die relevanten Werte einzuordnen und korrekt zu beurteilen weiß. In der Regel erfolgt die Diagnose einer Schilddrüsenerkrankung in mehreren Schritten. Nach einer ausführlichen Anamnese werden mittels einer Blutuntersuchung das TSH sowie gegebenenfalls anschließend auch fT4 (freies Thyroxin) und fT3 (freies Trijodthyronin) bestimmt. Weitere mögliche Untersuchungen sind Tastuntersuchungen der Schilddrüse, Ultraschall (Sonografie) und Szintigrafie (z.B. bei Verdacht auf „heiße Knoten“). 

Schulmedizinische Therapie bei Schilddrüsenerkrankungen

Je nachdem, welche Schilddrüsenerkrankung vorliegt, schlägt die Schulmedizin unterschiedliche Therapieansätze vor. Die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion erfolgt meist medikamentös durch die Einnahme des synthetischen Schilddrüsenhormons Levothyroxin (L-Thyroxin). Bei einer Überfunktion werden häufig Thyreostatika verschrieben. Die Medikamente zählen zu den sogenannten Schilddrüsenhemmstoffen und blockieren Enzyme, die für die Produktion von Schilddrüsenhormonen notwendig sind. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit der Hyperthyreose ist die Radiojod-Therapie. Patienten mit einer Schilddrüsenüberfunktion wird dabei gezielt radioaktives Jod verabreicht, das überaktive Zellen durch Beta-Strahlung zerstört.[6] Bei „heißen Knoten“ oder sehr großen Strumen kann auch eine Operation der Schilddrüse notwendig sein – insbesondere dann, wenn parallel noch starke Schluckbeschwerden oder Atemprobleme auftreten.

Ganzheitliche Ansätze zur Behandlung von Schilddrüsenbeschwerden

Abbildung 5: Neben der medikamentösen Therapie ist es bei Schilddrüsenerkrankungen sinnvoll, die Schilddrüse durch ganzheitliche Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Stressmanagement zu unterstützen.

Erkrankungen der Schilddrüse haben in der Regel nicht nur eine einzige Ursache, die aus dem Weg geräumt werden muss, um eine Heilung zu ermöglichen. Vielmehr handelt es sich um komplexe Beschwerden, die ganzheitlich betrachtet und behandelt werden sollten. Funktionieren die Regulationsmechanismen des Körpers einwandfrei, befindet sich in der Regel auch die Schilddrüse in einem natürlichen Gleichgewicht. Ist der Organismus hingegen überlastet, entsteht eine Dysbalance, die nicht selten mit Schilddrüsenproblemen einhergeht. Die folgenden Hinweise können Ihnen dabei helfen, die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers zu aktivieren und die Schilddrüse sanft und ganzheitlich zu unterstützen.

  • Achten Sie auf eine schilddrüsenfreundliche Ernährung: Eine hinreichende Versorgung des Körpers mit essenziellen Nähr- und Vitalstoffen bildet die Basis für die Schilddrüsengesundheit. Zu den wichtigsten Nährstoffen für eine gesunde Schilddrüse zählen neben Jod (z.B. in Meeresfisch und Algen) und Selen (z.B. in Paranüssen und Eiern) auch Zink, Eisen, Vitamin D sowie entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren. Auf stark verarbeitete und zuckerreiche Lebensmittel sollte im Rahmen einer schilddrüsenfreundlichen Ernährung verzichtet werden.
  • Reduzieren Sie Ihr Stresslevel: Stress belastet den gesamten Organismus und auch die Schilddrüse enorm, was sich unter anderem durch einen signifikanten Anstieg des TSH-Werts ausdrücken kann.[7] Um dem entgegenzuwirken, können stressreduzierende Maßnahmen wie Yoga, Meditation, Atem- und Entspannungsübungen sowie ausreichender Schlaf (idealerweise 7 bis 9 Stunden bei Erwachsenen) hilfreich sein. Insbesondere bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist es wichtig, das Nervensystem zu beruhigen und ausreichend zu regenerieren, um Symptome wie Nervosität, Ängstlichkeit oder Zittern zu lindern.
  • Reinigen und stärken Sie Ihren Darm: Eine optimale Nähr- und Vitalstoffaufnahme gelingt nur dann, wenn auch der Darm gesund ist. Regelmäßige, professionell begleitete Darmreinigungen können sinnvoll sein, um den Darm von entzündungsfördernden Toxinen zu befreien und Raum für die Neuansiedlung gesundheitsfördernder Darmbakterien zu schaffen. Greifen Sie außerdem vermehrt zu ballaststoffreichen und fermentierten Lebensmittel (z.B. Sauerkraut, Kefir, Kimchi), die den Aufbau eines gesunden Darmmilieus fördern. Da ein Großteil des Immunsystems im Darm sitzt, unterstützen Sie durch eine Stärkung Ihrer Darmgesundheit zugleich auch Ihre Abwehrkräfte.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig und moderat: Moderater Ausdauersport ist vor allem bei einer Schilddrüsenunterfunktion wichtig, um den durch die Erkrankung verlangsamten Stoffwechsel anzuregen. Wie eine Meta-Analyse zeigte, kann langfristige und regelmäßige Bewegung zu einer Reduktion des TSH-Spiegels und einer Verbesserung der gesamten Schilddrüsenfunktion führen.[8] Zudem ist Bewegung imstande, durch eine Senkung der Cortisolwerte stressmindernd zu wirken und die wichtige Hormonkonversion der Schilddrüse (Umwandlung von T4 zu T3) wirksam zu unterstützen.[9]
  • Meiden Sie Umweltgifte und Schadstoffe: Bestimmte Chemikalien und Umweltgifte können die Schilddrüse belasten und sollten daher bestmöglich gemieden werden. In den letzten Jahren rückten in diesem Zusammenhang vor allem Wohngifte wie Flammschutzmittel in den Fokus des öffentlichen Interesses. Die giftigen Substanzen sind unter anderem in Polstern, Teppichen und elektronischen Geräten zu finden. Einer Untersuchung der Endocrine Society zufolge können Flammschutzmittel das Risiko für Schilddrüsenkrebs erhöhen.[10]

Disclaimer

Dieser Artikel ersetzt keine Behandlung durch einen qualifizierten Therapeuten. Die Grundlage dieses Beitrags bilden Studien und aktuelle Literatur. Er darf nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden. Besprechen Sie ggf. Ihre Inspirationen aus diesem Artikel mit einem Therapeuten Ihres Vertrauens.

Biografisches

Katharina Korbach schreibt für den Narayana Verlag regelmäßig Blogbeiträge über Heilpflanzen und natürliche Wirkstoffe. Schon früh begann sie, sich für Sprache zu interessieren und eigene literarische Texte zu verfassen. Eine schwere Erkrankung während ihrer Abiturzeit veranlasste eine intensive Beschäftigung mit Gesundheits- und Ernährungsthemen, die bis heute anhält. Nach dem wiederholten Scheitern schulmedizinischer Behandlungsmethoden entschied sie sich für einen selbstwirksameren, naturheilkundlichen Therapieansatz. Eine pflanzenbasierte Ernährung war ein wesentlicher Schlüssel auf ihrem Heilungsweg.

Katharina studierte Kulturwissenschaften (B.A.) und Angewandte Literaturwissenschaft (M.A.). 2022 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Sperling“ im Berlin Verlag. Heute lebt sie als freie Autorin, medizinische Redakteurin und Dozentin in Berlin. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit Freunden oder beim Barre-Training. Außerdem liebt sie es, zu reisen und neue vegane Rezepte auszuprobieren.


[1] Pirahanchi Y, Tariq MA, Jialal I. Physiology, Thyroid. 2023 Feb 13. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30137850/.

[2] Bode H, Ivens B, Bschor T, Schwarzer G, Henssler J, Baethge C. Association of Hypothyroidism and Clinical Depression: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Psychiatry. 2021 Dec 1. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34524390/.

[3] Amino N. Autoimmunity and hypothyroidism. Baillieres Clin Endocrinol Metab. 1988 Aug. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3066320/.

[4] EFSA NDA Panel (EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to iodine. EFSA Journal 2010. https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2010.1800 (aufgerufen: 24.09.2025).

[5] DGE (2025): Referenzwert Jod. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/jod/ (aufgerufen: 24.09.2025).

[6] Larisch R, Midgley JEM, Dietrich JW, Hoermann R. Effect of Radioiodine Treatment on Quality of Life in Patients with Subclinical Hyperthyroidism: A Prospective Controlled Study. Nuklearmedizin. 2024 Jun. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38262472/.

[7] Fischer S, Strahler J, Markert C, Skoluda N, Doerr JM, Kappert M, Nater UM. Effects of acute psychosocial stress on the hypothalamic-pituitary-thyroid (HPT) axis in healthy women. Psychoneuroendocrinology. 2019 Dec. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31563038/.

[8] Sundus H, Khan SA, Zaidi S, Chhabra C, Ahmad I, Khan H. Effect of long-term exercise-based interventions on thyroid function in hypothyroidism: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Complement Ther Med. 2025 May 28. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40446861/.

[9] Klasson CL, Sadhir S, Pontzer H. Daily physical activity is negatively associated with thyroid hormone levels, inflammation, and immune system markers among men and women in the NHANES dataset. PLoS One. 2022 Jul 6. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35793317/.

[10] The Endocrine Society: Exposure to common flame retardants may raise the risk of papillary thyroid cancer. Science Daily. 2017 April 2. https://www.sciencedaily.com/releases/2017/04/170402111311.htm (aufgerufen: 02.07.2025).


Abbildung 1: Orawan Pattarawimonchai/shutterstock.com ; Abbildung 2: Orawan Pattarawimonchai/shutterstock.com ; Abbildung 3: Nenad Cavoski/shutterstock.com ; Abbildung 4: H_Ko/shutterstock.com ; Abbildung 5: Tatjana Baibakova/shutterstock.com


16.10.2025

Katharina Korbach