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Husten nur im Liegen? Homöopathie bei Bronchitis und Co.

Aktuelles

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Abbildung 1

Erinnern Sie sich an das KISS-Prinzip? Die Abkürzung stammt aus den 1960er-Jahren und steht für „Keep It Simple, Stupid“. Etwas freundlicher übersetzt: „Machen Sie es nicht unnötig kompliziert.“ Dahinter steckt der Gedanke, dass die einfachste Lösung häufig auch die beste ist.

Das KISS-Prinzip findet in vielen Bereichen Anwendung – im Flugzeugbau, in der Softwareentwicklung, in der Technik und sogar im Marketing. Auch in der Homöopathie spielt es eine Rolle.

Vor einiger Zeit erreichte mich eine interessante Frage: „Welches homöopathische Mittel kommt bei einer Bronchitis mit Beteiligung der Epithelzellen infrage?“

Wow! Das klingt ausgesprochen präzise und komplex, nicht wahr? Tatsächlich sagt mir diese Beschreibung aber sehr wenig über die konkreten Beschwerden.

Für die medizinischen Laien unter uns: Die Epithelzellen der Lunge sind spezialisierte Zellen, die die Atemwege und Lungenbläschen auskleiden. Sie bilden eine schützende Barriere und übernehmen je nach Zelltyp unterschiedliche Aufgaben: Sie produzieren Schleim, transportieren Fremdpartikel ab oder ermöglichen den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid.

Mit anderen Worten: Epithelzellen gehören zur Lunge und ihrer normalen Funktion dazu.

Ich bin keine Lungenfachärztin

Nun bin ich keine Ärztin und es steht mir nicht zu, die Richtigkeit einer ärztlichen Diagnose zu beurteilen.

Ich bin die Ehefrau eines sportlichen, abenteuerlustigen Mannes, Mutter von drei erwachsenen Söhnen, Großmutter von zwei Enkelkindern und als seit fast 40 Jahren als Homöopathin tätig. Aus meiner Lebenserfahrung und meiner homöopathischen Praxis kann ich sagen: Wir müssen uns nicht immer in der komplexen Fachsprache einer medizinischen Diagnose verlieren.

Häufig versuchen Menschen, die Begriffe aus dem Arztgespräch unmittelbar auf die homöopathische Mittelauswahl zu übertragen. In diesem Fall lautete der Gedanke offenbar: „In der Diagnose wurden Epithelzellen erwähnt. Welches Mittel passt also zu einer Bronchitis mit Beteiligung der Epithelzellen?“

Doch ist das wirklich die Frage, die wir uns stellen sollten? Lässt sich diese Schlussfolgerung tatsächlich aus der Diagnose ableiten? Oder geht es schlicht und einfach um eine Bronchitis – ganz im Sinne des KISS-Prinzips?

Im Praxisalltag ist es so: Manchmal lässt sich eine ärztliche Diagnose gut in die homöopathische Betrachtung einordnen. In anderen Fällen erschweren zusätzliche Fachbegriffe den Blick auf die Beschwerden.

Ärztinnen und Ärzte verwenden medizinische Begriffe, um eine Erkrankung genauer zu beschreiben. Diese Beschreibung ist deshalb nicht falsch. Für Betroffene ist jedoch oft schwer erkennbar, welche Angaben für die homöopathische Betrachtung relevant sind.

In der Homöopathie fragen wir: Wie äußern sich die Beschwerden?

„Was genau ist mit der Lunge? Haben Sie Husten?“

„Ja, ich habe Husten!“

„Dann beschreiben Sie bitte, wie sich dieser Husten äußert. Was haben Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erzählt?“

„Ich muss immer husten, wenn ich mich hinlege. Es ist kaum auszuhalten! Der Husten tritt nur im Liegen auf.“

Jetzt wird die Beschreibung konkreter.

Bronchitis, Epithelzellen oder einfach: Husten im Liegen

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Abbildung 2

Obwohl ich häufig betone, dass auch die Diagnose berücksichtigt werden sollte, ist es manchmal hilfreicher, die medizinische Fachsprache in verständliche Begriffe zu übersetzen. Für die homöopathische Behandlung entscheidend ist nämlich eine Beschreibung der Symptome, die die tatsächlichen Beschwerden möglichst genau erfasst.

Zusätzliche Fachbegriffe können medizinisch bedeutsam sein. Für die homöopathische Mittelauswahl liefern sie jedoch nicht immer die benötigten Informationen.

Kommen wir also zum Wesentlichen: Wie äußert sich die Beschwerde? Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen Husten, der im Liegen auftritt oder stärker wird.

Dazu möchte ich ein Mittel aus einem Fall meiner Praxis vorstellen, über den ich meines Wissens bisher noch nicht gesprochen habe: Aralia racemosa in der Potenz C30.

In meiner homöopathischen Praxis wende ich Aralia bei Husten an, der ausschließlich im Liegen auftritt. Bei manchen Betroffenen beginnt er unmittelbar nach dem Hinlegen, andere wachen erst später im Schlaf auf und fangen dann an zu husten.

In der Regel wird Aralia racemosa C30 eingenommen, sobald es mit dem Husten losgeht und je nach Stärke der Beschwerden in regelmäßigen Abständen wiederholt. Hält der Husten an, darf das Mittel auch in kurzen Abständen gegeben werden. Klingt er für die Nacht ab, erfolgt eine weitere Gabe gegebenenfalls erst am nächsten Abend wieder. Mehr über Dosierung und Potenzierungsstufen finden Sie hier.

Sobald sich die Beschwerden deutlich gebessert haben, d.h. der Husten beim Hinlegen also nicht mehr auftritt, wird die Einnahme beendet. Das Arzneimittel wird erst dann wieder eingenommen, wenn der Husten erneut auftreten sollte. So einfach kann es sein.

Aralia ist natürlich nicht das einzige homöopathische Mittel, mit dem wir Husten und Bronchitis behandeln können. Spongia geben wir zum Beispiel bei bellendem Husten, der mit Angstzuständen einhergeht. Die bekannten Banerji-Protokolle empfehlen Aconitum napellus C200 in Kombination mit Bryonia C30 für Bronchitis und Atemwegsviren allgemein. Welche homöopathische Arznei zu Ihnen passt, erkennen Sie an den offensichtlichen, charakteristischen Symptomen.

Die Homöopathie hilft – sagen Sie es weiter!

Herzlichst,

Ihre Joette


Quellen

  1. Calabrese J. Bronchitis, Epithelial Cells, and a Stubborn Cough Only When Lying Down. Joette Calabrese. https://joettecalabrese.com/blog/bronchitis-cough-when-lying-down/

Abbildung 1: kamitana/shutterstock.com ; Abbildung 2: syedfahadghazanfar/shutterstock.com

22.10.2026

Joette Calabrese