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Blaseninfekt ohne typische Beschwerden: Homöopathische Möglichkeiten im Überblick

Aktuelles
Abbildung zu Harnwegsinfektionen

In der Praktischen Homöopathie® betrachten wir unsere Symptome als Geschenke. Sie zeigen uns schnell - und häufig auch sehr deutlich -, welche Bereiche unseres Körpers von einer Erkrankung betroffen sind und auf welche Weise. Anders ausgedrückt: Symptome können uns bei der Auswahl des passenden Arzneimittels beziehungsweise der passenden Arzneimittel helfen.

Doch was ist, wenn unsere Symptome anders sind als erwartet? Was ist, wenn sich unsere Erkrankung nicht durch die am häufigsten dokumentierten Symptome bemerkbar macht? Was dann?

Eine Leserin fragte kürzlich: „Gibt es ein Mittel gegen einen Harnwegsinfekt, wenn die klassischen Symptome wie Brennen und Harndrang fehlen?“

Was wir über Harnwegsinfektionen wissen

Bevor ich vorgreife, will ich zunächst einen Blick auf das bewährte Banerji-Protokoll werfen. Dieses hat sich in der Vergangenheit bei Harnwegsinfektionen, die mit Brennen und Harndrang einhergehen, als sehr erfolgreich erwiesen. Sie finden es in meinem Blogbeitrag Rezidivierende Harnwegsinfekte und Antibiotika: Stoppt den Teufelskreis.

Doch selbst die Banerjis wussten trotz ihrer großen Erfahrung und ihrer Erfolge, dass die Behandlungsprotokolle im Allgemeinen in 80 Prozent der Fälle wirksam waren. Das ist zweifellos eine hohe Erfolgsquote. Dennoch bleiben 20 Prozent der Betroffenen, bei denen auf ein zweites oder drittes Protokoll oder auf ein sorgfältig ausgewähltes, alternatives homöopathisches Arzneimittel zurückgegriffen werden müsste. Dieses wird anhand der Rubriken, also der Symptome, in einem homöopathischen Repertorium ermittelt.

Bei Harnwegsinfektionen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung

Diese unterschiedlichen Optionen widersprechen sich nicht. Dank der klinischen Beobachtungen, die viele Meister dieses Faches in den vergangenen zwei Jahrhunderten gemacht haben, steht uns tatsächlich eine ganze Fülle von Möglichkeiten zur Verfügung.

Was verstehe ich unter „Fülle“? Beim Durchblättern meines Repertoriums zähle ich gerade 49 Seiten - mit jeweils zwei Spalten – zu den Symptomen im Zusammenhang mit Blasen- und Harnwegsbeschwerden sowie den homöopathischen Arzneimitteln, die sich in ihrer Behandlung bewährt haben.

In der Praktischen Homöopathie® und insbesondere bei kurzen Lektionen wie hier im Blog, bemühe ich mich, diese 49 Seiten auf einige der häufigsten Symptome und die dazugehörigen homöopathischen Mittel zu reduzieren. Es ist unmöglich, an dieser Stelle alle denkbaren Fälle abzudecken.

Was ist, wenn die typischen Symptome eines Harnwegsinfekts fehlen?

Gelegentlich verspüren Betroffene beim Wasserlassen statt des häufigeren Brennens lediglich ein leichtes Stechen. In diesem Fall könnten wir unter anderem Apis mellifica C200 in Betracht ziehen.

Bei unerträglichen Schmerzen - die nicht unbedingt zu den typischen Symptomen gehören - könnte Sarsaparilla in unserer engeren Auswahl an Arzneimitteln, mit denen wir uns näher befassen sollten, weiter nach oben rücken.

Auch Thuja könnte in Betracht kommen, wenn andere Mittel nicht ausreichen.

Manche Harnwegsinfektionen verlaufen völlig ohne Schmerzen oder Beschwerden. Tatsächlich kann ein Harnwegsinfekt ohne erkennbare Symptome auftreten. In diesem Fall sind wir auf eine schulmedizinische Diagnose angewiesen oder müssen stärker auf subtile Anzeichen achten. Besonders häufig habe ich dies bei älteren Menschen beobachtet.

Selbst wenn die ältere Person selbst keine Symptome verspürt, kann einer aufmerksamen Betreuungsperson möglicherweise ein Geruch auffallen – ein starker Eigengeruch des Urins zum Beispiel oder ein Geruch, der im Genitalbereich wahrnehmbar bleibt.

In diesem Fall würden wir Sulphur C30 näher unter die Lupe nehmen.

Bei einem sehr starken Geruch würden wir während der ersten Stunde alle 15 Minuten eine Dosis Sulphur C30 geben. Sind die Beschwerden weniger stark, könnte man die Einnahme auch auf alle drei bis vier Stunden reduzieren. Wenn die Beschwerden nach ein- oder zweitägiger Anwendung von Sulphur nachzulassen beginnen, reduzieren wir die Häufigkeit: zunächst auf dreimal, dann auf zweimal täglich. Sobald die Beschwerden abgeklungen oder deutlich besser geworden sind, beenden wir die Einnahme.

Mehr über Dosierung und Potenzierungsstufen finden Sie hier.

Die Homöopathie hilft – sagen Sie es weiter!

Herzlichst,
Ihre


Quellen

  1. Calabrese J. UTI Condition Lacks Common Symptoms. https://joettecalabrese.com/blog/uti-condition-lacks-common-symptoms/

Abbildung: Jo Panuwat D/shutterstock.com

24.09.2026

Joette Calabrese