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Hormonelle Verhütung: Ein Risiko für die Frauengesundheit?

Aktuelles

Hormonelle Verhütung und mögliche Gesundheitsrisiken

Abbildung 1: Hormonelle Verhütung ist hierzulande weit verbreitet. Zugleich warnen Experten vor möglichen Gesundheitsrisiken, da die synthetischen Hormone im Körper anders wirken als körpereigenes Östrogen und Progesteron.

Bis heute nutzen viele Mädchen und Frauen synthetische Hormone - sei es zur Familienplanung oder zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden. Gleichzeitig warnen zahlreiche Expertinnen im Bereich der Frauengesundheit- darunter die naturheilkundlich orientierte Ärztin Lara Briden - davor, dass die Anti-Baby-Pille veraltet und potenziell gesundheitsschädlich sein könnte. In diesem Blogbeitrag beleuchten wir die zentralen Kritikpunkte hormoneller Verhütungsmittel, erklären die Wirkungsweisen der verschiedenen Hormonarten und werfen einen Blick auf mögliche langfristige Folgen. Außerdem gehen wir auf typische Herausforderungen beim Absetzen der Pille ein und stellen sieben praktische Tipps vor, die helfen können, Menstruationsbeschwerden auf natürliche Weise zu lindern.

Was ist hormonelle Verhütung und wie ist sie entstanden?

Die Anti-Baby-Pille als hormonelle Verhütungsmethode

Abbildung 2: Die Anti-Baby-Pille wurde bereits vor über sechzig Jahren als eine von Frauen kontrollierbare Verhütungsmethode entwickelt.

Mit dem Begriff „hormonelle Verhütung“ werden Tabletten, Pflaster und Spritzen bezeichnet, die durch hormonelle Wirkstoffe die natürliche Ovarialfunktion unterdrücken. Die Anti-Baby-Pille (kurz: „Pille“) ist die bekannteste und am weitesten verbreitete Form hormoneller Verhütung. Dabei handelt es sich keinesfalls um eine moderne Erfindung: Bereits im Jahr 1960 wurde in den USA die erste Anti-Baby-Pille zugelassen. Ein Jahr später folgte die Zulassung eines kombinierten oralen Kontrazeptivums auch in Deutschland.

Ursprünglich wurde die Pille als Mittel entwickelt, das Frauen eine selbstbestimmte Familienplanung ermöglichen sollte. Die klassische Kombinationspille enthält synthetisch hergestellte Sexualhormone - in der Regel ein Östrogen (meist Ethinylestradiol oder Estradiol) sowie ein Gestagen. Diese Hormone beeinflussen den natürlichen Hormonzyklus des Körpers und verhindern in erster Linie den Eisprung. Darüber hinaus verändert die Pille weitere Prozesse im weiblichen Körper: Der Zervixschleim am Gebärmutterhals wird zähflüssiger, sodass Spermien ihn schwerer passieren können. Gleichzeitig verändert sich die Gebärmutterschleimhaut, wodurch sich eine befruchtete Eizelle weniger leicht einnisten kann.

Ist die häufige Kritik an der Anti-Baby-Pille berechtigt?

Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, die Pille abzusetzen. Ein häufiger Grund ist die zunehmende Kritik aus der Expertenkreisen, die in den vergangenen Jahren zu einem deutlich kritischeren öffentlichen Bild hormoneller Verhütungsmethoden beigetragen hat. Doch worauf genau bezieht sich die Kritik und sind die Warnungen rund um hormonelle Verhütungsmethoden tatsächlich gerechtfertigt?

Um den Diskurs besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte der Pille. Als sie Anfang der 1960er-Jahren eingeführt wurde, war Verhütung in Deutschland gesellschaftlich und rechtlich noch stark tabuisiert. Häufig wurde die Anti-Baby-Pille daher offiziell zur „Behandlung weiblicher Beschwerden“ oder zur „Regulierung der Menstruation“ verschrieben.1 Bis heute hält sich hartnäckig der Mythos, die Pille könne den Menstruationszyklus regulieren. Zwar kommt es während der Einnahme zu regelmäßigen Blutungen, doch handelt es sich dabei nicht um eine natürliche Menstruation, sondern um eine sogenannte Entzugsblutung. Frauen, die hormonell verhüten, durchlaufen daher keinen natürlichen Zyklus. Oder, wie die Autorin und Ärztin Lara Briden es formuliert: Die Pille „reguliert“ keine Hormone, sondern schaltet diese vollständig ab.2

Briden kritisiert zudem, dass hormonelle Verhütungsmittel in der medizinischen Praxis häufig sehr schnell verschrieben werden – oft als „eine gründliche (aber mangelhafte) Patentlösung für Probleme jeglicher Art“.3 Bei Problemen wie starken Menstruationsschmerzen, PCOS oder Endometriose lautet die ärztliche Empfehlung in vielen Fällen: „Nimm doch die Pille“.

Dass die Anti-Baby-Pille trotz bekannter Nebenwirkungen auch sehr jungen Frauen und Mädchen verschrieben wird, bezeichnet Briden als „großes Experiment auf Kosten der Frauengesundheit“. Ihrer Ansicht nach werde häufig unterschätzt, dass die synthetischen Hormone der Pille im Körper anders wirken als die körpereigenen Geschlechtshormone. Im folgenden Abschnitt wird dieser Unterschied am Beispiel von Progestin und dem natürlichen Hormon Progesteron näher erklärt.

Progestin vs. Progesteron: Unterschiede in Wirkung und Funktion

Es existieren mittlerweile Varianten der Anti-Baby-Pille, die bioidentisches Östrogen enthalten. Präparate mit bioidentischem Progesteron gibt es jedoch nicht. Diese Unterscheidung führt bei vielen Anwenderinnen der Pille zu Verwirrung, da synthetische Gestagene – etwa Norethisteron, Levonorgestrel oder Drospirenon – häufig ebenfalls als „Progesteron“ bezeichnet werden. Bei den synthetischen Hormonen handelt es sich jedoch um andere Moleküle, die sich in ihrer Struktur und Wirkung von dem in den Ovarien gebildeten natürlichen Östradiol und Progesteron unterscheiden.4

Synthetische Gestagene (Progestine) sind künstlich hergestellte Substanzen, die dem körpereigenen Progesteron zwar ähneln, jedoch nicht mit ihm identisch sind. Sie werden im Labor entwickelt und sind häufig von Progesteron oder Testosteron abgeleitet. Je nach Wirkstoff können Progestine unterschiedlich stark an Progesteronrezeptoren binden und teilweise auch an andere Hormonrezeptoren wie Androgen- oder Östrogenrezeptoren. Das natürliche Hormon Progesteron hingegen wird im Körper hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet und bindet überwiegend an Progesteronrezeptoren, ohne andere Hormonrezeptoren in gleichem Maße zu beeinflussen.

Auch die möglichen körperlichen Auswirkungen unterscheiden sich. Natürliches Progesteron wird mit verschiedenen physiologischen Funktionen in Verbindung gebracht, etwa im Bereich der Fortpflanzung, der Stimmung, des Stoffwechsels oder der Knochengesundheit. Synthetische Gestagene hingegen können – je nach Wirkstoff und individueller Reaktion – andere Effekte hervorrufen. Während Progesteron die Gesundheit des Gehirns und der Wahrnehmung verbessern kann,5 werden Progestine mit Depressionen und Angststörungen assoziiert.6 Das Progestin Levonorgestrel kann aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem männlichen Hormon Testosteron zudem Haarausfall verursachen.7

Mögliche langfristige Folgen der hormonellen Verhütung

Mögliche Langzeitfolgen der Anti-Baby-Pille

Abbildung 3: Immer mehr Studien liefern Hinweise auf mögliche Langzeitfolgen der Anti-Baby-Pille. Vor allem Bereiche wie Knochengesundheit, mentale Stabilität, Libido, Haare und Körpergewicht werden verstärkt untersucht.

Frauen, die sich für eine hormonelle Verhütungsmethode entscheiden, sollten dies nicht tun, ohne sich der möglichen langfristigen Folgen bewusst zu sein. Die nachfolgende Auflistung orientiert sich grob an jenen Risiken und Nebenwirkungen der hormonellen Verhütung, die auch Lara Briden in ihrem Buch „Die Periodenwerkstatt“ nennt.8

1. Knochendichte

Während der Adoleszenz wird die maximale Knochenmasse aufgebaut, die sogenannte „Peak Bone Mass“. In der Regel erreichen Frauen ihre höchste Knochendichte im Alter zwischen etwa 25 und 30 Jahren. Da anschließend langsam der natürliche Knochenabbau beginnt, gilt es als wichtig, bis zu diesem Zeitpunkt eine möglichst hohe Knochendichte zu entwickeln. Für den Aufbau und die Stabilität der Knochen spielt insbesondere das Hormon Östrogen eine zentrale Rolle. Es unterstützt den Knochenaufbau, fördert die Einlagerung von Kalzium in die Knochen und trägt zur Stabilität der Knochenstruktur bei.

Wird der natürliche Zyklus jedoch bereits in der Adoleszenz durch hormonelle Verhütungsmittel unterdrückt, kann dies Auswirkungen auf die Entwicklung der Knochendichte haben. Eine reduzierte körpereigene Östrogenproduktion während dieser wichtigen Phase des Knochenaufbaus kann dazu führen, dass die maximale Knochendichte niedriger ausfällt. Langfristig besteht ein potenziell erhöhtes Risiko für Knochenbrüche und Osteoporose. Obwohl hormonelle Verhütungsmittel teilweise als „Knochenschutz“ dargestellt werden, zeigen einige Studien keinerlei Auswirkungen auf die Knochengesundheit.9 Laut anderer Untersuchungen kann die Einnahme kombinierter hormoneller Verhütungsmittel (z. B. Pille mit Östrogen und Gestagen) in der Jugend dazu führen, dass sich die Knochendichte an der Wirbelsäule weniger stark aufbaut.10

2. Krebserkrankungen

Ein reduziertes Risiko für Magen-Darm-, Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs wird häufig als großer Vorteil der Pille hervorgehoben.11 Gleichzeitig kann eine hochdosierte Östrogenpille das Brustkrebsrisiko um das Dreifache erhöhen.12 Bei moderater Dosierung wurde in Studien ein 1,6-fach erhöhtes Risiko ermittelt.13 Mehr Östrogen zu geben, um die im vorigen Abschnitt beschriebenen potenziell negativen Effekte der Pille auf die Knochensubstanz auszugleichen, ist daher zu kurz gedacht und keine sinnvolle Lösung.

3. Stimmung und Depressionen

Die Studienlage zu den langfristigen Auswirkungen der hormonellen Verhütung ist begrenzt. Erst nach und nach werden Untersuchungen veröffentlicht, die mögliche Langzeitfolgen der Pilleneinnahme dokumentieren. Dabei wird zunehmend deutlich, dass synthetische Hormone Einfluss auf Stimmung, Stressverarbeitung und emotionale Regulation haben können.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt eine im Oktober 2016 in der medizinischen Fachzeitschrift JAMA Psychiatrie veröffentlichte Studie zum Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und Depression. Forschende der Universität Kopenhagen begleiteten über einen Zeitraum von 13 Jahren mehr als eine Millionen Frauen. Es zeigte sich, dass bei Mädchen und Frauen, die hormonell verhüten, signifikant häufiger eine Depression diagnostiziert wurde.14 Eine weitere schwedische Studie bestätigt dieses Ergebnis. Die Analyse von Daten von 264.557 Frauen, die eine Kombinationspille mit Gestagen und Östrogen verwendeten, ergab in den ersten zwei Jahren der Pilleneinnahme ein um 73 Prozent erhöhtes Risiko für eine Depressionsdiagnose.15

4. Libidoverlust

Viele Frauen berichten von einer verbesserten Libido nach dem Absetzen der Pille. Auf hormoneller Ebene lässt sich der Zusammenhang damit erklären, dass hormonelle Verhütung mit einem niedrigen Testosteronspiegel einhergeht. Allerdings ist Testosteron – auch bei Frauen – eng mit sexuellem Verlangen und Erregungsfähigkeit assoziiert.16 Hormonelle Verhütung kann die Libido verringern und zudem vaginale Trockenheit fördern. In einer Studie berichten Frauen, die hormonelle Verhütung verwenden, unter anderem von seltenerem Sex, weniger häufigen Erregungsgefühlen, weniger Lust und geringerer vaginaler Lubrikation.17

5. Haarausfall

Progestine mit einem hohen Androgenindex wie Levonorgestrel, Norgestrel oder Etenogestrel können dazu beitragen, dass Haarfollikel schrumpfen und dadurch Haarausfall (Alopezie) begünstigt wird. Androgene sind männliche Sexualhormone, die die Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale fördern. Da die Verkleinerung der Haarfollikel ein langsamer Prozess ist, bleibt beginnender Haarausfall oft lange unbemerkt. Viele Frauen bemerken die Symptome erst Monate oder sogar Jahre nach dem Beginn der hormonellen Verhütung. Sind in der Familie bereits Fälle von Haarausfall bekannt, scheint das Risiko erhöht zu sein, dass sich eine Alopezie durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel verstärkt oder früher manifestiert.18

6. Gewichtszunahme

Die Frage, ob hormonelle Verhütung eine Zunahme des Körpergewichts fördert, muss differenziert betrachtet werden. Die Studienlage hierzu ist uneinheitlich und teilweise widersprüchlich. Ein möglicher Mechanismus, durch den die Anti-Baby-Pille einen Gewichtsanstieg begünstigen kann, ist die Einwirkung des Kontrazeptivums auf das Hormon Insulin. Einige synthetische Hormone der Pille können die Insulinsensitivität reduzieren und den Insulinspiegel im Blut erhöhen. Da Insulin die Fettspeicherung fördert, die Fettverbrennung hemmt und zudem das Hunger- und Sättigungsgefühl beeinflusst, gehören Heißhunger und ein Anstieg des Körpergewichts zu den möglichen Folgen der Pilleneinnahme. Darüber hinaus weisen Studien darauf hin, dass orale Kontrazeptiva den Muskelaufbau hemmen können.19 Dies ist für ein effektives Gewichtsmanagement relevant, da eine höhere Muskelmasse den Grundumsatz erhöht – also die Energiemenge, die der Körper im Ruhezustand verbraucht (BMR = Basal Metabolic Rate).

Die Anti-Baby-Pille absetzen: Vorteile und mögliche Herausforderungen

Es gibt viele mögliche Gründe für die Entscheidung, nicht mehr hormonell zu verhüten. Einige Frauen setzen die Anti-Baby-Pille ab, um ihren natürlichen Zyklus wieder kennenzulernen oder das Risiko der im vorigen Abschnitt genannten potenziellen Langzeitfolgen zu minimieren. Auch körperliche Beschwerden durch die Einnahme der Kontrazeptiva oder ein Kinderwunsch in absehbarer Zeit sind häufige Beweggründe. Glücklicherweise gibt es mittlerweile zahlreiche alternative Verhütungsmethoden, sodass Frauen nicht mehr allein auf die Pille zur Empfängnisverhütung angewiesen sind.

Das Vorhaben, die Anti-Baby-Pille abzusetzen, sollte vorab immer mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen besprochen werden. Das Absetzen der hormonellen Verhütung kann mit Beschwerden wie Akne, PMS oder einem Ausbleiben der Periode (Amenorrhö) einhergehen. Ob und in welcher Schwere diese Symptome auftreten, ist individuell verschieden und hängt zudem davon ab, wie lange hormonell verhütet wurde. Häufig benötigt der Körper sechs bis zwölf Monate, bis der natürliche Hormonzyklus sich wieder eingependelt hat. Viele Expertinnen wie Lara Briden ermutigen Frauen dennoch dazu, die hormonelle Verhütung zu beenden, und die Periode nicht als Last, sondern als „monatlichen Gesundheitscheck“ zu betrachten. Bei optimaler Gesundheit laufe der Zyklus reibungslos, regelmäßig und ohne unerwünschte Symptome ab.20

Die Periode natürlich unterstützen und Menstruationsbeschwerden lindern

Natürliche Unterstützung bei Periodenproblemen

Abbildung 4: Durch eine gezielte Nährstoffzufuhr und Entzündungsreduktion, Mikrobiompflege und ein effektives Stressmanagement können viele Periodenprobleme natürlich gelindert werden.

Es ist ein verbreiteter Mythos, dass typische Menstruationsbeschwerden wie PMS, starke Blutungen, Heißhunger, Akne oder Müdigkeit nur durch hormonelle Verhütung wirksam behandelt werden können. Tatsächlich gibt es zahlreiche weitere Ansätze, die eine regelmäßige Periode fördern und die Beschwerden natürlich lindern können. Im Folgenden stellen wir Ihnen sieben ganzheitliche Tipps vor, die sich laut Lara Briden in der Praxis vielfach bewährt haben.

  • Ernähren Sie sich vollwertig und proteinreich: Für die Periodengesundheit sind Proteine besonders entscheidend, da sie wertvolle Aminosäuren liefern. Ein eiweißreiches Frühstück kann die Insulinsensitivität verbessern und den Blutzucker stabilisieren, was zahlreichen Menstruationsbeschwerden vorbeugt. Um gut gesättigt zu sein und einen regelmäßigen Eisprung zu haben, werden allerdings alle drei Makronährstoffe – Proteine, Kohlenhydrate und Fette – benötigt. Vermeiden Sie Zucker und bevorzugen Sie stattdessen Kohlenhydrate, die nicht entzündungsfördernd wirken. Lebensmittel wie Reis, Haferflocken, Kartoffeln, Süßkartoffeln und glutenfreie Pasta sind in dieser Hinsicht eine gute Wahl.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Magnesiumversorgung: Die Naturheilkundlerin Lara Briden bezeichnet Magnesium als „Wundermineral für Perioden“. Der Mineralstoff kann das Nervensystem beruhigen sowie die Funktion von Insulin und Schilddrüsenhormonen verbessern. Zudem wirkt Magnesium entzündungshemmend und unterstützt die Produktion von Steroidhormonen, einschließlich Progesteron. Magnesiumreiche Lebensmittel wie Nüsse, grünes Blattgemüse und Samen dürfen daher gerne täglich verzehrt werden.
  • Vermeiden Sie gegebenenfalls Kuhmilchprodukte: Aktuelle Studien liefern Hinweise darauf, dass Kuhmilchprodukte entzündungsfördernd wirken, das Hormongleichgewicht verändern und den Einsprung beeinträchtigen können.21 Insbesondere bei starken Perioden, Endometriose und Adenomyose kann es sich lohnen, eine milchproduktfreie Ernährung über einige Monate zu testen. Ziegen- und Schafmilchprodukte dürfen weiterhin konsumiert werden, da sie das potenziell problematische Milcheiweiß A1-Kasein nicht enthalten.
  • Reduzieren Sie entzündungsfördernde Lebensmittel: Chronische Entzündungen sind laut Lara Briden ein entscheidender Faktor bei allen Arten von Menstruationsbeschwerden.22 Entzündungsfördernde Lebensmittel wie Zucker, Alkohol, Weizen, pflanzliche Saatenöle wie Raps-, Soja- und Sonnenblumenöl und die bereits erwähnten Kuhmilchprodukte können die Inflammationen und somit auch Menstruationsbeschwerden verstärken. Setzen Sie auf eine entzündungshemmende Ernährungsweise, die reichlich Omega-3-Fettsäuren (z.B. in fettem Fisch, Walnüssen, Chiasamen), Antioxidantien (z.B. in Beeren und grünem Blattgemüse) und Gewürze mit potenziell entzündungshemmender Wirkung (z.B. Kurkuma, Ingwer) enthält.
  • Essen Sie bei Östrogenüberschuss mehr Phytoöstrogene: Als Phytoöstrogene werden Stoffe bezeichnet, die dem Hormon Östrogen strukturell ähneln. Sie kommen vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Nüssen, Leinsamen oder Vollkornprodukten vor. Indem sie Östrogenrezeptoren blockieren, können sie die Wirkungen des körpereigenen, stärkeren Östrogens abmildern. Dies kann unter anderem bei Menstruationsbeschwerden wie starken Perioden, prämenstrueller Reizbarkeit und Brustspannen einen positiven Effekt habe.23
  • Kümmern Sie sich um ein gesundes Mikrobiom: Unsere Darmbakterien sind für eine beschwerdefreie Periode von entscheidender Bedeutung. Positive Mikroorganismen des Mikrobioms leiten Östrogen sicher aus dem Körper aus, während ungünstige Darmbakterien dem Östrogenstoffwechsel schaden können. Um das Darmmikrobiom zu unterstützen, sollten ballaststoffreiche Produkte (Präbiotika) und Probiotika (z.B. Sauerkraut, Kefir, Kimchi) verzehrt werden. Da sie die Darmflora massiv schädigen können, sollten Sie Antibiotikaeinnahmen so weit wie möglich vermeiden.
  • Bauen Sie Stress bewusst und regelmäßig ab: Der enorme Einfluss von Stress auf die Periodengesundheit sollte keinesfalls unterschätzt werden. Stress wirkt direkt auf den Hypothalamus – den Bereich des Gehirns, der unter anderem die Ausschüttung der eisprungfördernden Hormone FSH und LH reguliert. In stressigen Phasen kann sich die Anzahl der Zyklen mit Eisprung verringern. Gleichzeitig wird vermehrt Cortisol ausgeschüttet, was sowohl den Eisprung als auch die Produktion von Ovarialsteroiden beeinträchtigen kann. Regelmäßiger und ausreichender Schlaf sowie tägliche Bewegung können dazu beitragen, den Cortisolspiegel zu stabilisieren. Zudem zählen Methoden wie Yoga, Mediation, Atemübungen und MBSR („Mindfulness-Based Stress Reduction“) zu den bewährten Strategien, um Stress wirksam abzubauen.

Disclaimer

Dieser Artikel ersetzt keine Behandlung durch einen qualifizierten Therapeuten. Die Grundlage dieses Beitrags bilden Studien und aktuelle Literatur. Er darf nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden. Besprechen Sie ggf. Ihre Inspirationen aus diesem Artikel mit einem Therapeuten Ihres Vertrauens.

Biografisches

Katharina Korbach schreibt für den Narayana Verlag regelmäßig Blogbeiträge über Heilpflanzen und natürliche Wirkstoffe. Schon früh begann sie, sich für Sprache zu interessieren und eigene literarische Texte zu verfassen. Eine schwere Erkrankung während ihrer Abiturzeit veranlasste eine intensive Beschäftigung mit Gesundheits- und Ernährungsthemen, die bis heute anhält. Nach dem wiederholten Scheitern schulmedizinischer Behandlungsmethoden entschied sie sich für einen selbstwirksameren, naturheilkundlichen Therapieansatz. Eine pflanzenbasierte Ernährung war ein wesentlicher Schlüssel auf ihrem Heilungsweg.

Katharina studierte Kulturwissenschaften (B.A.) und Angewandte Literaturwissenschaft (M.A.). 2022 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Sperling“ im Berlin Verlag. Heute lebt sie als freie Autorin, medizinische Redakteurin und Dozentin in Berlin. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit Freunden oder beim Barre-Training. Außerdem liebt sie es, zu reisen und neue vegane Rezepte auszuprobieren.


Quellen

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Abbildung 1: bfl.ai ; Abbildung 2: Kmpzzz/shutterstock.com ; Abbildung 3: Pormezz/shutterstock.com ; Abbildung 4: Mykolal Mykolal/shutterstock.com

08.06.2026

Katharina Korbach