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Nicht heiß, nicht nervös – und trotzdem starkes Schwitzen? 2 homöopathische Mittel im Fokus

Aktuelles
Starkes Schwitzen und Hyperhidrose

Eine interessante Randnotiz vorweg: Forscher1 berichten, dass bis zu 20 % der Menschen allein das Wort „feucht“ als unangenehm empfinden. Wie unangenehm muss es dann erst sein, jemandem die Hand zu geben, dessen Handflächen schweißnass sind?

Noch belastender ist allerdings, selbst die Person mit den ständig feuchten Händen zu sein.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten jemandem freundlich die Hand reichen - und haben gleichzeitig die Sorge, dass Ihr Gegenüber Ihre feuchten Handflächen als unangenehm empfindet.

Feuchte Hände sind eine Form der Hyperhidrose. Darunter versteht man übermäßiges Schwitzen, das nicht zwangsläufig durch Hitze oder Stress ausgelöst wird. Schätzungsweise fünf Prozent der Weltbevölkerung sind von dieser Erkrankung betroffen. Am häufigsten tritt Hyperhidrose an den Handflächen, Fußsohlen und in den Achselhöhlen auf.

Für Betroffene ist das oft äußerst belastend - zumal sich das Schwitzen ihrem Einfluss weitgehend entzieht.

Ein Fall aus der Praxis: Hyperhidrose und Calcarea carbonica (Calc carb) 30

Starkes Schwitzen und Hyperhidrose

In meiner Praxis hatte ich einmal ein noch sehr kleines Kind, dem seine schwitzigen Hände unglaublich peinlich waren - und zwar wirklich sehr. Der Grund: Im Kindergarten hielten sich die Kinder bei gemeinsamen Ausflügen an den Händen. Das Mädchen hatte große Angst, dass die anderen bemerken würden, wie feucht ihre Hände ständig waren.

Für ein so kleines Kind ist das eine enorme soziale Belastung. Und wahrscheinlich können sich Betroffene jeden Alters gut in die Sorge hineinversetzen, wegen des starken Schwitzens aufzufallen oder ausgegrenzt zu werden.

Die konventionelle Medizin bietet verschiedene Behandlungsmöglichkeiten - von Verfahren zur Schweißdrüsenbehandlung mittels elektrischer Impulse (Leitungswasseriontophorese) oder Mikrowellen über verschreibungspflichtige, äußerlich anzuwendende Präparate und Medikamente bis hin zu Botulinumtoxin-Injektionen.

In diesem Fall entschieden wir uns für das homöopathische Arzneimittel, das mir bei Hyperhidrose häufig zuerst in den Sinn kommt: Calcarea carbonica (Calc carb) 30, zweimal täglich bis eine deutliche Besserung eintritt. Mehr über Dosierung und Potenzierungsstufen finden Sie hier.

Aus homöopathischer Sicht erschien diese Wahl passend. In der Fachliteratur zur Hyperhidrose wird unter anderem diskutiert, ob Veränderungen im Calciumstoffwechsel eine Rolle spielen könnten. Calcarea carbonica wird in der Homöopathie traditionell mit diesem Themenbereich in Verbindung gebracht.

Ein herausragendes Merkmal bei der Wahl von Calcarea carbonica ist, dass sich die Hände eher klamm und kühl-feucht anfühlen. Typischerweise ist dabei kein auffälliger Geruch vorhanden - vielmehr fällt das unangenehm feuchte Hautgefühl auf.

Auch bei vermehrtem Schwitzen an Kopf, Nacken, Brust oder Füßen wird Calcarea carbonica in der homöopathischen Praxis häufig in Betracht gezogen. Schwitzt beispielsweise die Kopfhaut eines Säuglings beim Stillen stark oder wacht ein Kind nach dem Mittagsschlaf mit durchnässten Haaren auf, kann dies aus homöopathischer Sicht ein Hinweis auf dieses Arzneimittel sein. Für sich allein genommen stellt ein solches Schwitzen jedoch keine Erkrankung dar und ist daher kein ausreichender Grund für eine homöopathische Behandlung. Aber das Symptom kann uns einen wichtigen Hinweis bei der Behandlung anderer Beschwerden geben.

Im beschriebenen Fall passte Calcarea carbonica: Das Kind litt häufiger als andere unter Erkältungen - ein Aspekt, der in der homöopathischen Arzneimittellehre ebenfalls mit diesem Mittel in Verbindung gebracht wird.

Nach gut gewählten Gaben des Mittels besserten sich sowohl die klammen Hände als auch die Neigung zu häufigen Erkältungen.

Die soziale Belastung durch das starke Schwitzen nahm damit deutlich ab, und zugleich wurde das allgemeine Wohlbefinden des Kindes unterstützt.

Hyperhidrose an Händen und/oder Füßen: Silicea D6

Calcarea carbonica ist nicht das einzige homöopathische Arzneimittel, das bei Hyperhidrose in Betracht gezogen wird. Tritt das übermäßige Schwitzen auch an den Füßen auf oder ist der Schweiß mit einem säuerlichen Geruch verbunden, wird in der Homöopathie häufig Silicea D6 erwogen, zwei- bis dreimal täglich einzunehmen, bis eine deutliche Besserung eintritt.

Was bedeutet in diesem Zusammenhang „eine deutliche Besserung“? Gemeint ist, dass die Beschwerden so weit zurückgehen, dass sie den Alltag nicht mehr beeinträchtigen oder vollständig verschwunden sind. Sobald das Schwitzen für die betroffene Person kein zentrales Problem mehr darstellt, wird in der Homöopathie üblicherweise empfohlen, das Arzneimittel abzusetzen und den weiteren Verlauf zu beobachten. Treten die Beschwerden erneut auf, kann wieder nach dem zuvor erfolgreichen Schema behandelt werden, bis sie wieder nachlassen.

Bleibt bei einer chronischen Beschwerde auch nach einer angemessenen Beobachtungszeit keine Veränderung erkennbar, wird in der homöopathischen Praxis geprüft, ob ein anderes Arzneimittel besser zum individuellen Beschwerdebild passt.

Die Homöopathie hilft – sagen Sie es weiter!

Herzlichst,
Ihre Joette

Quellen

  1. Calabrese J. Hyperhidrosis? Two Homeopathic Medicines for Excessive Sweating. https://joettecalabrese.com/blog/hyperhidrosis-homeopathic-medicines/.
  2. Cheydleur K, Oberlin College. Why ‘Moist' Makes us Cringe. 21 August 2015. https://www.oberlin.edu/news/why-moist-makes-us-cringe.

Abbildung 1: wing-wing/shutterstock.com ; Abbildung 2: leungchopan/shutterstock.com

27.08.2026

Joette Calabrese